Vorbereitung am Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB)

Die Protonenbestrahlung wird am HZB in Berlin Wannsee durchgeführt. Für die Vorbereitung zur Bestrahlung sind zwei Termine vorgesehen.

ACHTUNG: Das Gelände des HZB kann wegen dem dort angesiedelten Forschungsreaktor nur mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass betreten werden. Dieser ist bei der Anmeldung beim Pförtner vorzulegen.

Erster Tag: Maskenbau

An Ihrem ersten Termin im HZB melden Sie sich bitte beim Pförtner an. Dieser ist bezüglich Ihres Erscheinens informiert. Nach Vorlage ihres Ausweises erhalten Sie einen der Plan, der Ihnen den Weg zum Therapiegebäude zeigt. Zur Sicherheit ist der Weg ausgeschildert. Achten Sie bitte auf Schilder mit der Aufschrift "Augentumortherapie" oder "ATT". Sofern Sie mit dem PKW anreisen, können Sie diesen nach der Anmeldung beim Pförtner direkt vor dem Therapiegebäude parken. Dort angekommen nehmen Sie bitte im Wartezimmer Platz. Wir werden Sie aufrufen.

Anfertigung eines Beißblocks

Anfertigung eines Beißblocks

Patient mit fertiger Maske und Beißblock

Patient mit fertiger Maske und Beißblock

Eine unserer MTRA wird Sie in den Behandlungsraum führen. Als erstes werden mir von Ihnen ein Foto des Gesichtes anfertigen, damit alle Kollegen vor Ort mit Ihrem Namen und ein Gesicht verbinden können. Anschließend bitten wir Sie, auf unserem Behandlungsstuhl Platz zu nehmen. Dieser wird dann an Ihre Bedürfnisse angepasst und die Einstellungsdaten des Stuhls gespeichert.

Um Sie bei der Therapie reproduzierbar mit einer Genauigkeit von bis 0,1 Millimeter positionieren zu können, müssen wir Ihre Sitzposition im Kopfbereich stabilisieren und fixieren. Dazu fertigen wir ein Abdruck Ihrer Schneidezähne an. Wir verwenden eine ähnliche Masse wie beim Zahnarzt, in die Sie hineinbeißen müssen. Unsere MTRA wird Ihnen dabei helfen. Die Masse muss ca. 5 min trocknen. Sollten Sie bereits Ihre dritten Zähne haben, empfehlen wir diese durch gewöhnliche Haftcreme zu fixieren.

Der Gebissabdruck wird durch das anschließende Anpassen einer Gesichtsmaske komplettiert. Dafür wird ein sogenanntes thermoplastisches Material im Wasserbad erwärmt. Es wird form- und dehnbar. Damit können wir die Maske im Bereich der oberen Kopfhälfte (Nase aufwärts) anpassen. Das Material benötigt auch ungefähr 5 min zum Aushärten. Die Maske wird auf eine andere Halterung umgearbeitet und bekommt Ihren letzten Schliff. Unsere MTRA klärt Sie in der Zwischenzeit über das weitere Vorgehen und das Verhalten unter der Maske auf.

Sobald die Maske fertig ist, wird Sie nochmal anprobiert. Es wird überprüft, ob es irgendwo piekt oder drückt. Dies sollte nicht der Fall sein, da Sie während der Therapie längere Zeit in der Maske sein müssen.

Abschließend werden Sie vor dem Protonenstrahlrohr positioniert. Dort bitten wir Sie, nacheinander auf zwei Lichter zu schauen, ein rotes und ein gelbes. Dabei machen wir Röntgenaufnahmen zur Bestimmung der Positionen der Tantalclips in Ihrem Auge.

Danach sind Sie fast fertig. Wir vereinbaren mit  Ihnen Ihre Termine bei uns in der Bestrahlungswoche und bitten Sie, bis zum nächsten Tag eine kleine Hausaufgabe zu erledigen und uns ein paar Informationen zu überlassen, z.B.: Wie können wir Sie während der Bestrahlungswoche erreichen? Der Rest des Tages steht zu Ihrer freien Verfügung.

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Zweiter Tag: Aufklärungsgespräch und Plankontrolle

Am zweiten Tag im HZB melden Sie sich wie gehabt beim Pförtner an und begeben sich zum Therapiegebäude. Folgen Sie einfach wieder den Schildern zur ATT bzw. Augentumortherapie. Dort angekommen nehmen sie im Wartezimmer Platz, wir werden Sie aufrufen. Für das heute stattfindende Arztgespräch mit unserem Strahlentherapeuten und die Plankontrolle benötigen Sie in der Regel ungefähr eine gute Stunde, manchmal auch bis zu drei und mehr. Bitte planen Sie zur Sicherheit dennoch mehr Zeit ein, da es eventuell bei dem einem oder anderen Patienten vor Ihnen zu Verzögerungen kommen kann, so dass Sie gegebenenfalls länger warten müssen.

Bestrahlungsplan eines großen Aderhautmelanoms im rechten Auge

Bestrahlungsplan eines großen Aderhautmelanoms im rechten Auge

Aufklärungsgespräch

In einem intensiven Aufklärungsgespräch stellt Ihnen der Strahlentherapeut den von den Medizinphysikern in enger Abstimmung mit den Augenärzten und Strahlentherapeuten erstellten Bestrahlungsplan vor. Er beschreibt Ihnen den Ablauf der eigentlichen Bestrahlung und klärt Sie über die Wirkung der Protonenstrahlen und die möglichen Folgen der Bestrahlung auf.

Sollten Sie noch Fragen in Bezug auf die Therapie haben, so können Sie diese im Rahmen des Gespräches gerne stellen. Wenn Ihnen schon vorher eine Reihe von Fragen auf der Seele brennen, empfiehlt es sich, diese auf einem Blatt zu notieren und das Blatt zum Gespräch mitzubringen.

Jetzt sollten Sie dem Arzt den Zettel mit den Hausaufgaben geben. Dann wissen wir, wie wir Sie im Falle eines möglichen Problems erreichen können.

Plankontrolle

Patient in Behandlungsposition auf das Fixierlicht schauend

Patient in Behandlungsposition auf das Fixierlicht schauend

Axiales und laterales Röntgenbild einer abgeschlossenen Positionierung. Soll- und ist Positionen stimmen überein.

Axiales und laterales Röntgenbild einer abgeschlossenen Positionierung. Soll- und ist Positionen stimmen überein.

Simulation des Bestrahlungsfeldes auf dem Auge.

Simulation des Bestrahlungsfeldes auf dem Auge.

Damit wir am ersten Bestrahlungstag keine unangenehme Überraschung erleben, kontrollieren wir die praktische Umsetzbarkeit Ihres Bestrahlungsplans. Dazu benötigen wir Ihre aktive Mitarbeit.

Sie setzen sich in den Behandlungsstuhl. Das zu behandelnde Auge wird mit speziellen Augentropfen lokal betäubt, um den nun folgenden Ablauf angenehmer zu gestalten. Wir setzen Ihnen Ihre Kopfmaske auf und bringen Sie mit dem Behandlungsstuhl vor dem Strahlrohr in Position.

Zuerst überprüfen wir, ob Sie das Fixierlicht sehen können. Wir sagen Ihnen deutlich wann Sie zum gelben Fixierlicht schauen müssen, und wann Sie wieder wegschauen dürfen bzw. sollen. Wenn Sie nicht zum Fixierlicht schauen sollen, tun Sie es bitte auch nicht, da sonst Ihr Auge ermüdet.

Mit dem Blick auf das Fixierlicht wird Ihr Auge in die optimale Bestrahlungsposition gedreht. Durch die anschließenden Röntgenaufnahmen von hinten und der Seite können wir die Lage der Tantalclips in Ihrem Auge ermitteln und somit die Position Ihres Auges überprüfen. Sollte Ihr Auge noch nicht in der richtigen Position sein, werden wir die Position des Fixierlichtes und des Behandlungsstuhles so korrigieren, dass Sie bei einem erneuten Blick auf das Fixierlicht, sich in der richtigen Position befinden sollten. Das überprüfen wir durch weitere Röntgenaufnahmen. Gegebenenfalls wiederholen wir das Anpassen von Blickwinkel (Fixierlicht) und Stuhlposition sowie Position kontrollieren solange bis die Position des Auges mit der von der Bestrahlungsplanung vorgegebenen Position übereinstimmt. Also sich auf den Röntgenbildern die Ihre Tantalclips in der Sollposition befinden.

Die Position des Auges stimmt jetzt prinzipiell. Um aber Ihre Augenlider nicht dem Protonenstrahl auszusetzen, müssen diese aus dem Bestrahlungsfeld heraus gezogen werden. Dazu verwenden wir spezielle Lidhalter, die unsere MTRA einsetzt. Jetzt müssen Sie mit Lidhaltern im Auge wieder auf das Fixerlicht schauen und wir überprüfen Ihres Augenposition mit der Röntgenanlage. Zugleich wird das Bestrahlungsfeld durch ein sogenanntes Feldlicht auf Ihrem Auge simuliert. Sollte sich durch das Einsetzen der Lidhalter die Position Ihres Auges geändert haben, müssen wir die Position von Fixierlicht und Behandlungsstuhl so anpassen, dass die Vorgaben des Bestrahlungsplans erfüllt sind. Dazu können auch mehrere Positionierungsschritte notwendig sein.

Sollte sich der Bestrahlungsplan dennoch nicht auf anpassen lassen, werden wir den Plan, während Sie auf dem Behandlungsstuhl sitzen, entsprechend modifizieren.

Wenn der Plan erfolgreich eingestellt wurde, wird die Einstellung durch den Strahlentherapeuten abgenommen. Abschließend wird Ihre Positionierung dokumentiert. Die Stuhl- und Fixierlichtdaten werden gespeichert.

Auf Basis der in der Plankontrolle gewonnen Daten wird der endgültige Bestrahlungsplan erstellt und für die Bestrahlung eine individuelle Blende angefertigt.

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Weiter mit der Bestrahlung am HZB.

Protonentherapie

Helmholtz-Zentrum Berlin

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t: +49 30 8062 42966

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Bestrahlungsgerät
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