Video-Überwachung der Bestrahlung eines Augentumors am Helmholtz-Zentrum Berlin: Die Bestrahlung wird nur freigegeben, wenn das Auge sich in der Einzeichnung auf dem Überwachungsmonitor befindet.
Überwachung der Bestrahlung eines Augentumors am Helmholtz-Zentrum Berlin: Die Bestrahlung wird nur freigegeben, wenn das Auge sich in der Einzeichnung befindet.
Foto: BerlinProtonen, Charité

Andere Augentumore

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Folgende andere Augentumore könnten in begründeten Ausnahmefällen bei BerlinProtonen bestrahlt werden:

  • Bindehautmelanome
  • Hämangiome
  • Retinoblastome

Bindehautmelanome

In seltenen Fällen können sich Melanome in der Bindehaut bilden (ca. 2 % aller Melanome im Auge). Die Wahl der Therapie ist abhängig von der Form, Lage und Größe des Melanoms. Das Therapiespektrum reicht von der Entfernung des Auges über die lokale Behandlung des Tumors mit Kryotherapie oder radioaktiven Applikatoren bis zur perkutanen Bestrahlung der gesamten Orbita.

In besonderen Einzelfällen kann eine Protonentherapie bei BerlinProtonen durchgeführt werden. Sollte dies für Sie zutreffen, wird man dies mit Ihnen im Rahmen der Tumorsprechstunde der Augenklinik am Campus Benjamin Franklin besprechen.

Hämangiome

Hämangiome sind gutartige Gefäßfehlbildungen, die zwar nicht zu Fernmetastasen im Körper, aber durch ihr Wachstum zur funktionellen Beeinträchtigung des Auges führen können. Sie treten u.a. in der Aderhaut (Aderhauthämangiom) oder in der Netzhaut (retinales Hämagion) auf.

Eine Protonentherapie des Hämangioms kann in Ausnahmefällen durchgeführt werden, wenn andere Behandlungsmethoden wie Photokoagulation oder photodynamische Therapie nicht zum Erfolg geführt haben. Daher muss vor Beginn der Therapie an der Charité eine Kostenübernahme der Krankenversicherung vorliegen.

Retinoblastome

Das Retinoblastom ist der häufigste Augentumor im Kindesalter. Er tritt aber nur sehr selten auf – von 18000 Geburten ist ungefähr ein Kind betroffen. Das Retinoblastom geht aus genetisch veränderten unreifen Netzhautzellen hervor, daher erkranken die Kinder meist vor dem fünften Lebensjahr daran. Unbehandelt führt es zum Tod.

Das Behandlungsspektrum reicht von der Entfernung des Auges, über Chemotherapie (lokal oder systemisch), Kryotherapie, Lasertherapie, bis zur Bestrahlung mit radioaktiven Applikatoren und zur perkutanen Strahlentherapie. In den letzten Jahren wurden enorme Fortschritte in der Behandlung des Retinoblastoms durch die Einführung der intraarteriellen Chemotherapie erzielt. Diese ist zur Zeit das Mittel der Wahl. Das Team der Klinik für Augenheilkunde am Campus Rudolf Virchow verfügt über die entsprechende Erfahrung.

In nur sehr wenigen Einzelfällen kann die Protonentherapie bei BerlinProtonen ein Baustein dieser Behandlung sein, da es im Gegensatz zur perkutanen Strahlentherapie möglich ist, orbitale Knochenstrukturen aus dem Strahlenfeld herauszuhalten. Da die Bestrahlung des Kindes nur in Narkose durchgeführt werden kann, ist eine Retinoblastombestrahlung deutlich aufwendiger als die Bestrahlung eines Aderhautmelanoms.

Weitere Leistungen von BerlinProtonen